Ein Welpe aus unserer Nachzucht
Folgen Sie uns auch auf
YouTube

Entwicklung des Welpen

Die wichtigste Zeit für die spätere Entwicklung eines Hundes ist das Alter von drei bis zwölf Wochen, die sogenannte Sozialisationsphase.

Mit dem Einsetzen von Hören und Sehen nimmt der Welpe Kontakt mit seiner Umwelt auf. Wenn sein Verhalten bisher nichts anderes war als durch Körperkontakt ausgelöste Reflexe, kann er nun Dinge auch ohne direkten körperlichen Kontakt wahrnehmen und darauf reagieren. Von nun an setzen sich Welpen gezielt in Bewegung, weil sie alles Mögliche erkunden wollen, das heißt sie sind neugierig und wollen Erfahrungen sammeln. Ihre Körpersprache wird vielfältiger, vor allem ihre Ruten beginnen Signale zu geben. Die Welpen geraten jetzt, selbst wenn sie an einem warmen und sicheren Ort gelandet sind, leicht in helle Aufregung, wenn sie sich nicht mehr zurechtfinden. Die Welpen fangen an zu spielen und miteinander zu raufen. Spielerisch erproben sie sich selbst und die Reaktion der Geschwister oder anderer Spielkameraden, wenn sie sie anknurren oder mit den ersten Belllauten zu vertreiben versuchen. Der Züchter muss jetzt dafür sorgen, dass die Umwelt so bunt gestaltet ist, dass die Welpen auch Ziele für ihren Erkundungsdrang haben. In einem sterilen Zwinger, einer dunklen Scheune oder ähnlichem ist eine gute Aufzucht nicht drin: Es ist unmöglich, das Gelände zu erkunden und unterschiedlichste Bodenformen (Gras, Erde, Holz, Bodenerhebungen, Kiesel) nicht nur kennenzulernen, sondern sich auch damit auseinanderzusetzen.
Alles Mögliche wird nun abgeschleppt und herumtransportiert. Um einen Lumpen oder Knochen streitend, können sich die Welpen bereits richtig "gefährlich" mit ihren hellen Stimmchen anknurren. Eimer, Steine, Büsche werden angeschlichen, Stufen und Holzscheite erklommen. Besonders wichtig ist diese Kommunikation und das viele Ausprobieren für das spätere Sozialverhalten der noch kleinen Vierbeiner gegenüber anderen Hunden. Jetzt erlernen sie die Grundkenntnisse der Verständigung wie Beschwichtigungsverhalten.

Mit fünf Wochen sind die Welpen, wenn sie bis dahin bereits gut geprägt wurden, neugierig und reagieren nicht mehr mit Flucht auf laute Geräusche wie Staubsauger oder klappernde Kisten. Sie kommen angelaufen und wollen mit dem Gegenstand spielen. Alles, was der Welpe jetzt erkennt und kennenlernt, wird ihm vertraut. Es prägt sich ihm ein, ob es für ihn angenehm oder unangenehm war, und erste, einfache Assoziationen beginnen sein Handeln zu bestimmen. Ein sensible Phase! Während dieser Entwicklungsphase ist der Welpe extrem aufnahmefähig für bestimmte Umweltreize. Jetzt ist sein Gehirn unbeschrieben wie ein leeres Blatt - aber alles, was die Umwelt ihm nun bietet, wird dort sofort und für alle Zeiten eingraviert. Alles, was für den Welpen unerreichbar ist, kann seinen Niederschlag im Gehirn nicht finden. Ein Welpe ohne Kontakte und ohne Anpsrache wird in dieser Zeit psychisch verkümmern und später mit Angst auf neue Situationen reagieren.

Die Sozialisierungsphase des Welpen enthält also drei wichtige Variablen: Die mehr oder weniger begrenzte Umwelterfahrung, die An- oder Abwesenheit von Hunden und die An- oder Abwesenheit von Menschen. Den Beginn und das Ende dieser wichtigen sensiblen Phase kann man durch Beobachtung zeitlich festlegen. Sie setzt ein, wenn der Welpe zu zögern beginnt, wenn nichts Vertrautes in seiner Umgebung ist und er zwischen Fremden und Vertrauten zu unterscheiden beginnt. Gegen Ende der Sozialisierungsphase fürchtet sich der Welpe vor Fremden. Er verhält sich nun anders als zu Beginn. Auf fremde Personen und ungewohnte Objekte reagieren die Kleinen nun mit steigender Furcht. Die Angstphase erreicht ihren Höhepunkt mit etwa zwölf Wochen. Wenn die Welpen vorher gut sozialisiert und geprägt wurden, ist diese Phase aber oft nicht allzu stark zu bemerken.

Wie wir unsere Welpen aufziehen und was wir den Kleinen bieten, können Sie hier nachlesen.