Ein Welpe aus unserer Nachzucht
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Die Läufigkeit der Hündin

Hündinnen werden in der Regel zweimal im Jahr läufig, immer für etwa 21 Tage. Die erste Läufigkeit tritt etwa zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat auf. Dies kann jedoch von Hund zu Hund auch sehr variieren. Es will also auch nichts bedeuten, sollte eine Hündin bereits im späten 5. Monat läufig werden oder gar erst mit einem Jahr geschlechtsreif sein. Rottweiler bewegen sich nach unserer Erfahrung in der Regel im guten Mittel und werden meist zwischen dem 6. und 9. Lebensmonat das erste Mal "heiß". Trotz aller Mühe, die eine Läufigkeit mit sich bringt, möchten wir auch betonen, dass die Läufigkeit zur Entwicklung und dem Leben einer Hündin dazu gehört. In unseren Augen ist die Unfähigkeit vieler Besitzer, einen ungewollten Deckakt zu verhindern, kein vernünftiger Grund, eine Hündin zu kastrieren oder sterilisieren und ihr damit gesunde Organe zu entfernen. Es ist kein Ding der Unmöglichkeit, Hündinnen zweimal im Jahr während der Läufigkeit getrennt von Rüden zu halten - bei uns und anderen Züchtern und Rottweilerhaltern klappt es seit Jahren erfolgreich. Es ist zudem absolut faszinierend, immer wieder Veränderungen in den einzelnen Lebensphasen der Hündin zu entdecken - und auch die Läufigkeit ist eine neue Phase, der Beginn des Erwachsenwerdens des Vierbeiners.

Der Sexualzyklus der Hündin verläuft in mehreren Phasen:

Die Vorbrunst (Proöstrus)



Die Vorbrunst dauert bei der Hündin etwa zehn Tage. Die Vulva schwillt sichtbar an. Innerhalb der ersten Woche setzen die Läufigkeitsblutungen ein. Diese Blutabsonderungen stammen nicht wie beim Menschen von abgestoßenem Gewebe, die Hündin hat also auch keinerlei Schmerzen dabei. Meist ändert sich nun auch das Verhalten der Hündin: Sie uriniert häufiger, wird unruhiger, erste Duftstoffe ziehen bereits jetzt Rüden aus der Nachbarschaft an. Gegen Ende der Vorbrunst verfärbt sich die Blutung rosa bzw. wird heller. Die meisten Hündinnen sind sehr reinlich und so bleiben gerade die ersten Tage der Läufigkeit oft unbemerkt. Wir haben die besten Erfahrungen damit gemacht, für jede Hündin einen Kalender zu führen, in dem der Zyklus der Rottidame eingetragen wird. In der Regel pendelt sich deer Zyklus jeder Hündin recht schnell auf einen bestimmten Zeitabstand ein. So kann man als Besitzer bereits einige Tage vor dem nächsten zu erwartenden Läufigkeitstermin immer wieder mal mit einem Küchentuch an der Scham der Hündin vorbeiwischen, um zu sehen, ob die Blutung bereits eingesetzt hat. Hin und wieder kommt es gerade bei jungen Hündinnen auch zu einer sogenannten "stillen" oder "weißen" Hitze, d.h. einer Läufigkeit ohne Läufigkeitserscheinungen wie Blutungen oder Verhaltensänderungen. Sollten Sie sich unsicher sein, wenden Sie lieber einmal zuviel als zu wenige Vorsichtsmaßnahmen an!

Die Standhitze (Östrus)



Der Oestrus ist gekennzeichnet durch die Deckbereitschaft der Hündin. Sie zeigt jetzt deutliches Aufforderungsverhalten gegenüber Rüden und stellt die Rute spätestens dann zur Seite, wenn man mit der Hand den Rutenansatz krault. Die Blutung ist jetzt fast durchsichtig und kaum noch rötlich. Diese Phase ist für den Halter die "gefährlichste", denn die Hündin duftet nun geradezu unwiderstehlich für Rüden jeden Alters und jeder Rasse. Die alten Märchen, Nachbars Dackel sei zu klein oder der eigene Zaun mit 1,80 m zu hoch für einen Deckakt, kann man getrost vergessen. Eine deckbereite Hündin und ein liebeskranker Rüde kennen kaum Hindernisse. Auch ein Höschen sorgt höchstens dafür, dass das Blut nicht überall hintropft, sichert die Hündin jedoch keinesfalls vor einem Deckakt.

Umso wichtiger in dieser Zeit ist es, die Hündin vom 9./10. bis zum 14. Tag der Läufigkeit ständig unter Beobachtung zu halten. Am besten lässt man den Vierbeiner, so leid es einem auch tut, weder beim Spazierengehen von der Leine noch unbeaufsichtigt im Garten. Schon so mancher Hündinnenbesitzer wurde während der Läufigkeit seines Tieres eines Besseren belehrt, wenn er glaubte, sein Vierbeiner würde bedingungslos gehorchen. Der Eisprung der Hündin erfolgt gegen Ende der Standhitze. Die Eizelle ist bis zu vier Tage befruchtbar, die Spermien des Rüden sind ebenfalls bis zu vier Tage befruchtungsfähig. Es gilt also auch vor und nach der Standhitze, sehr gut auf die Hündin aufzupassen und jegliche Annäherung intakter Rüden im Ansatz zu verhindern. Am wichtigsten ist aber eine wirklich ausbruchsichere Unterbringung des Vierbeiners, denn so manche Hündin "flüchtet" geradezu zu ihren Verehrern.

Die Nachbrunst (Metöstrus)



In der Nachbrunst, der letzten Woche der Läufigkeit, bilden sich langsam die Symptome wie die geschwollene und gerötete Vulva zurück. Die Blutungen stellen sich ein und die Hündin duftet nicht mehr so interessant für Rüden. Sie zeigt jetzt auch keinen Duldungsreflex mehr (zur Seite legen der Rute). Der Gelbkörper, die eingefallene Wand des Follikels am Eierstock, bildet jetzt eifrig Progesteron (das sogenannte Trächtigkeitshormon). Ist keine Befruchtung erfolgt, bildet er sich einfach wieder zurück.

Die Brunstpause (Anöstrus)



Hunde legen eine mehrmonatige Brunstpause ein, der Zeitraum zwischen den Läufigkeiten. Manche Hündinnen haben aber auch kürzere oder längere Zyklen mit bis zu einem Jahr sexueller Inaktivität.