Ein Welpe aus unserer Nachzucht
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Impfung

Der durchschnittliche Hund wird jedes Jahr einmal mit einer Kombi-Impfung geimpft. Unter Hundehaltern werden Impfungen derweil eifrig diskutiert. Wir haben daher hier einige Informationen zum Thema zusammengetragen.

Was ist eigentlich eine Impfung?



Wird ein Hund mit Viren oder Bakterien infiziert, so bildet sein Körper Antikörper, die die "Eindringlinge" bekämpfen und im besten Fall vernichten sollen. Zusätzlich gibt sogenannte Gedächtniszellen im Blut. Wenn der Hund ein zweites Mal mit dem gleichen Virus oder Bakterium infiziert wird, "erinnert" sich der Körper vereinfacht dargestellt an die vorhergehende Erkrankung und hat genügend Abwehrzellen, damit die Infektion nicht zu einer Erkrankung wird - oder die Symptome zumindest ganz gering bleiben.

Eine Impfung macht eigentlich nichts anderes, als die natürliche Infektion nachzuahmen. Sie simuliert quasi eine Infektion mit Viren, damit der Hund Antikörper bilden kann und eine Immunität gegen die geimpften Erreger ausbildet. Damit der Hund an der Impfung selbst nicht erkrankt, impft man unschädlich gemachte Erreger oder nur Teile davon. Das Ziel der Impfung ist also, ohne einen tatsächlichen Krankheitsausbruch eine Immunität für den Hund gegen bestimmte Erreger zu erreichen.

Leider funktionieren Impfungen nicht bei allen Erregern, bei Bakterien z.B. gibt es bisher kaum wirksame Impfstoffe und gegen einige Viren kann der Körper einfach keine stabile Immunität aufbauen (z.B. AIDS beim Menschen). Beim Hund gibt es einige bewährte Impfstoffe, genauso existieren aber auch Impfungen, die viele Hunde nicht benötigen oder deren Wirkung umstritten ist. Die meisten Impfstoffe impft man dreimal hintereinander zur Grundimmunisierung - das zweite Mal soll die sogenannten "Impfversager" reduzieren, also die Hunde, deren Körper bei der ersten Impfung noch nicht ausreichend mit Antikörperbildung reagiert hat. Die dritte Impfung und damit der Abschluss der Grundimmunisierung erfolgt erst im Alter von etwa 15 Monaten, wenn der Hund also kein Welpe mehr ist.

Wichtige Impfungen


Es gibt Impfungen, die wirklich wichtig sind: Impfungen gehen sehr gefährliche oder gar lebensbedrohliche Krankheiten. Zu nennen wären hier Parvovirose (canines Parvovirus 2), Staupe (canines Staupevirus) und kontagiöse Hepatitis (canines Adenovirus 2), Diese Impfungen sollten alle Hunde erhalten, unabhängig von Wohnort und Lebensstil oder Art der Haltung. Die Impfung gegen Tollwut ist darüber hinaus erforderlich, weil sie stets tödlich verläuft und der Erreger auf den Menschen übertragbar ist (man nennt das eine Zoonose).

Tollwut: normalerweise Impfstoff mit abgetöteten Erregern, Schutzdauer 3 Jahre, wird in vielen Einreisebestimmungen und von vielen Zuchtvereinen (z.B. zur Teilnahme an Ausstellungen) jährlich gefordert
Staupe, Parvovirose, kont. Hepatitis: normalerweise Lebendimpfstoff mit inaktivierten Erregern

Auffrischungen sind immer dann nötig, wenn nicht mehr genügend Abwehrzellen vorhanden sind. Kommt ein gesunder Hund mit Erregern in Kontakt, gegen die er früher einmal geimpft wurde, so erhält er dadurch quasi eine natürliche Impfauffrischung: Sein Immunsystem wird angeregt, neue Abwehrzellen gegen das Virus zu bilden (der Fachbegriff ist "boostern"). In einem solchen Fall ist eine Nachimpfung nicht nötig. Herausfinden kann man allerdings nur, ob genügend Antikörper vorhanden lässt, indem man diese über eine Blutuntersuchung bestimmen lässt. Dabei beweisen diese "Antikörper-Titer" leider jedoch nicht sicher, ob der Hund im Falle einer Infektion tatsächlich geschützt wäre.

Weniger wichtige Impfungen



Impfungen, die nicht jeder Hund benötigt, sind die canine Parainfluenza (Zwingerhusten), Leptospirose und andere. Diese Infektionskrankeiten verlaufen im Normalfall minder schwer und/oder sind gut durch Antibiotika zu behandeln - und sie lassen sich durch hygienische Maßnahmen sowie Quarantäne eindämmen bzw. durch konsequenten Zeckenschutz verhüten.

Zwingerhusten: Infektion meist in großen Massenzuchten oder Tierheimen
Leptospirose: Der Schutz hielt lange Zeit gerade mal ein halbes Jahr, inzwischen gibt es einen Impfstoff mit 1-Jahres-Zulassung und 4 Komponenten
Borreliose: Wirkung umstritten, Zeckenprophylaxe ist sinnvoller (und wichtig!)
Leishmaniose: Nur für Endemiegebiete empfohlen, Sandmückenprophylaxe ist für reisende Hunde sehr wichtig
Mikrosporie, Trichophytie: Bei Haut kranken Hunden gegebenenfalls im Einzelfall sinnvoll

Wogegen ist mein Hund geimpft?


Schlagen Sie zum Nachschauen einfach einmal den Impfpass Ihres Hundes auf. Steht als Kürzel auf dem Aufkleber SHPPi, so handelt es sich um eine Vierfachimpfung von Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Parainfluenza. Plus L bedeutet zusätzlich Leptospirose, plus T zusätzlich Tollwut.

...und das Fazit?



Impfungen der Core-Komponenten sind wichtig, und Impfempfehlungen entwickeln sich weiter. So hat z.B. die ständige Impfkomission des Friedrich-Lffler-Institus im Dezember 2016 ihre Impfempfehlungen zuletzt aktualisiert. Die aktuellen Empfehlungen sind ein dreijähriger Rhythmus bei Parvovirose, Staupe und Hepatitis contagiosa canis sowie Tollwut, sobald die Grundimmunisierung im Alter von 15 Monaten abgeschlossen ist. Leptospirose wird nach wie vor jährlich empfohlen.

Wichtig ist: Jährlich zu impfen ist für die meisten Hunde nicht nötig (ausgenommen, Sie möchten Leptospirose impfen lassen, siehe oben). Es gibt einige Studien, die vermuten lassn, dass der Schutz vieler Impfungen gegen Viren wesentlich länger hält, als der Hersteller es angibt. Der Hersteller haftet aber für Schäden, daher gibt er natürlich immer nur Zeitrahmen an, in denen der Schutz 100%ig bei allen getesteten Hunden bestehen bleibt. Unterhalten Sie sich mit Ihrem Tierarzt darüber, was für Ihren Hund individuell sinnvoll ist und welche Einzelkomponenten notwendig sind. Fragen Sie nach, ob Titerbestimmungen der Antikörper im Blut möglich wären (bei den meisten Tierärzten auf Nachfrage möglich).